ANNA TRETTER

Installation Ei-Er-Mann

 

Für die Gruppenausstellung am 7. Juli konnte der Kunstrasen noch kurzfristig die Amorbacher Künstlerin Anna Tretter gewinnen.

 

 

 

Mit der Installation „Ei-Er-Mann“ inszeniert die Künstlerin im und mit dem Eiermann-Saal des Hotel Prinz Carl mittels klassischer Bildhauer Werkstoffe – Marmor und Gips – den Wahrnehmungsprozess der Zentralperspektive. Die Vorrichtung aus der „Linse“ in Form eines (noch „unbehandelten“) Lecksteins und Halterungsgestell dient zum Betrachten des an der Wand angebrachten Eis.

Intellektuelle Erschließung und sinnliche Erfahrung von Raum und Sein

Die mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnete Künstlerin hat neben vielen Ausstellungen ihres plastischen Werkes immer mehr auch ein Interesse an Installationen “in situ” entwickelt, bei denen sie mit ihren Bildern einen Ort oder Anlass mit deren Bedeutung in ihre Konzeptionen integriert und mit so klaren wie vielschichtigen bildhaften Verwandlungen auflädt.

Anfänglich machte sich die Künstlerin einen Namen mit Installationen, in denen sie sich mit klassischen bildhauerischen Materialien, aber auch mit Malerei, Spiegeln, Licht und Dunkel mit Räumen auseinandersetzte. Sie greift ein in die Geometrie der Orte, gibt diesen andere Strukturen, schafft Verbindungen und Durchdringungen von Architektur und Raum. Ihr Werk zu begreifen beansprucht eine intellektuelle Erschließung, vor allem aber auch eine sinnliche Erfahrung und eine Sensibilisierung für Oberflächen, Farben und räumliches Empfinden.

Multimediakünstlerin

In den neunziger Jahren weitet sich ihr Werk aus und schafft in immer neuen Zusammenhängen eine Symbiose von plastischem und klanglichem Raumerleben, von Bild und Tanz, Farben und der Bildmächtigkeit von Sprache und Zeichen. In Videoinstallationen spiegeln sich Zeiterfahrungen in wechselnden Perspektiven und Medien. In den Berührungen, da wo sich in ihren Installationen Farben, Materialien, Klänge, Gesten des Tanz und Videobilder verbinden, wird ein nachhaltiges Kunsterleben möglich.

Amorbach und Košice

1956 in Kirchzell/Odenwald geboren, lebt und arbeitet Anna Tretter in Košice und Amorbach.

1978-85 studierte sie an der Staatlichen Akademie der Künste in Stuttgart bei Rudolf Hoflehner und an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Karl Fred Dahmen und als Meisterschülerin bei Hans Baschang.

2005 eröffnet sie an der Technischen Universität Košice als Gastprofessorin die Abteilung für Neue Medien, als erste Fachrichtung dieser Art in der Slowakei. Bis 2012 hat sie dort die Leitung.

FIA Amorbach

Anna Tretter ist Initiatorin, Gründungsmitglied und Vorsitzende der Freien Internationalen Akademie Amorbach e.V.

Der Verein setzt sich zum Ziel, in den lokalen Gegebenheiten des „dezentralen ländlichen Ortes“ Amorbach, dem interessierten Betrachter die zeitgenössische Kunst näher zu bringen und gesellschaftsnahe Fragen aufzunehmen. Die Akademie soll ein zentraler Ort sein, an dem interdisziplinär gelehrt, geforscht und künstlerisch gearbeitet wird.  Die Ergebnisse werden durch die beteiligten Künstler, Wissenschaftler, Literaten und Andere in unterschiedlichen Vermittlungsformaten öffentlich gemacht, dokumentiert und diskutiert. Dabei ist das hohe Ziel die Aufwertung von Amorbach als Kunst- und Residenzstadt im Sinne von T. W. Adorno und der Frankfurter Schule.

 

kunstrasen PRÄSENTIERT Anna Tretter im Eiermann-Saal

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